Urteile chronologisch
- Bundesgerichtshof, Urteil v. 02.12.2015 - Az.: I ZR 176/14
- Leitsatz:
1. Für die Frage, ob für ein Erzeugnis wettbewerbsrechtlicher Leistungsschutz entstehen kann, kommt es nicht darauf an, ob es an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Region traditionell bereits im privaten Bereich hergestellt und verwendet worden ist.
2. Der nach § 4 Nr. 9 UWG anspruchsberechtigte Hersteller muss nicht Rechtsnachfolger des Unternehmens sein, von dem das Originalerzeugnis erstmals gefertigt wurde. Die Eigenschaft als nachfolgender Originalhersteller kann auch auf anderen personellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem ursprünglichen Hersteller beruhen, aus denen sich ergibt, dass der nachfolgende Hersteller an die Stelle des ursprünglichen Originalherstellers getreten ist.
- Bundesgerichtshof, Urteil v. 02.12.2015 - Az.: I ZR 45/13
- Leitsatz:
1. Wird auf einer Produktaufmachung eines Lebensmittels der unzutreffende Eindruck hervorgerufen, das Erzeugnis weise bestimmte Bestandteile auf (hier: blickfangmäßige Herausstellung von Bestandteilen von Himbeerfrüchten und Vanillepflanzen oder jedenfalls aus diesen Bestandteilen gewonnene Aromen), so kann auch die Zutatenliste im Einzelfall nicht ausreichen, die Irreführungsgefahr auszuräumen.
2. Bei nicht traditionellen Lebensmitteln sind als "normalerweise verwendete Zutaten" im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. d und Art. 17 Abs. 5 in Verbindung mit Anhang VI Teil A Nr. 4 LMIV diejenigen Zutaten anzusehen, deren Verwendung der Verbraucher nach dem Aussehen, der Bezeichnung oder den bildlichen Darstellungen des Lebensmittels erwarten kann.
3. Aus Art. 7 der Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken lassen sich bei Lebensmitteln keine Informationspflichten ableiten, die über die Informationspflichten nach der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel hinausgehen.
- Oberlandesgericht Frankfurt_aM, Beschluss v. 01.12.2015 - Az.: 6 W 96/15
- Leitsatz:
Ein paralleles wettbewerbsrechtlichen Vorgehen von mehreren Gläubigern durch den identischen Rechtsanwalt kann nur dann rechtsmissbräuchlich sein, wenn die Gläubiger konzernmäßig oder in sonstiger Weise miteinander verbunden sind.
- Bundespatentgericht, Beschluss v. 01.12.2015 - Az.: 24 W (pat) 17/15
- Oberlandesgericht Frankfurt_aM, Beschluss v. 27.11.2015 - Az.: 6 U 151/15
- Leitsatz:
Verstoß gegen abgegebene Unterlassungserklärung aufgrund kostenreduzierter Abgabe von Erfrischungsgetränken
- Kammergericht Berlin, Urteil v. 27.11.2015 - Az.: 5 U 96/14
- Leitsatz:
Werbeaussage "Gesund" für Rotbuschtee wettbewerbswidrig
- Kammergericht Berlin, Urteil v. 27.11.2015 - Az.: 5 U 20/14
- Leitsatz:
Anwendbarkeit des deutschen Wettbewerbsrechts auf Online-Werbeaussage
- Oberlandesgericht Frankfurt_aM, Urteil v. 26.11.2015 - Az.: 16 U 64/15
- Leitsatz:
Kein Zueigenmachen fremder Inhalte durch "Teilen" bei Facebook
- Landgericht Düsseldorf, Urteil v. 26.11.2015 - Az.: 14c O 124/15)
- Leitsatz:
Kondom-Werbung "1 Tüte a 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen" ist wettbewerbswidrig
- Landgericht Köln, Beschluss v. 26.11.2015 - Az.: 33 O 230/15
- Leitsatz:
Fehlende Datenschutzerklärung auf Webseite ist Wettbewerbsverstoß

