Internet-Bewerbung von „Heilsteinen“ wettbewerbswidrig

Landgericht Hamburg

Urteil v. 21.08.2008 - Az.: 327 O 204/08

Leitsatz

Es ist unlauter, Steinen krankheitsvorbeugende, -lindernde oder -heilende Wirkungen zuzuschreiben und die Steine in diesem Zusammenhang als "Heilsteine" zu bezeichnen. Dies gilt auch dann, wenn auf den fehlenden wissenschaftlichen Nachweis der heilenden Wirkung hingewiesen wird.

Sachverhalt

Die Klägerin mahnte die Beklagte wegen der Bewerbung von "Heilsteinen" ab. Die Beklagte hatte im Internet Steine angeboten, für die sie damit warb, dass sie krankheitsvorbeugende oder -lindernde Wirkungen, z.B. hinsichtlich Blutdruckproblemen oder Rückenbeschwerden, hätten. Sie bezeichnete die Steine als "Heilsteine".

Entscheidungsgründe

Nach Ansicht des Gerichts ist die entsprechende Bewerbung unlauter. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte für eine krankheitsvorbeugende oder heilende Wirkung der Steine, so dass eine Bewerbung mit diesen Attributen den potentiellen Kunden irreführe. Auch die Bezeichnung als "Heilsteine" sei aus diesem Grund wettbewerbsrechtlich unzulässig.

Das Verbot der Bewerbung als "Heilsteine" gelte selbst dann, wenn auf den fehlenden wissenschaftlichen Nachweis der heilenden Wirkung hingewiesen werde. Denn dieser Hinweis erwecke die Fehlvorstellung, dass eine heilende Wirkung tatsächlich vorliege und bloß noch nicht wissenschaftlich erwiesen sei.