Zusatzkosten müssen bei Online-Ticketpreisen gut erkennbar sein

Landgericht Hamburg

Urteil v. 18.06.2009 - Az.: 315 O 17/09

Leitsatz

Bei der Angabe von Online-Ticketpreisen muss für den Kunden deutlich erkennbar sein, ob zusätzliche Gebühren anfallen. Ein versteckter Sternchenhinweis mit Erklärung der Preise im Fußnotentext reicht dafür nicht aus.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um einen Wettbewerbsverein.

Die Beklagte war Musikveranstalterin und verkaufte ihre Tickets auch im Internet. Für eine Bühnenshow warb sie auf ihrer Webseite mit dem Hinweis, dass die Tickets ab 19,90 EUR zu erwerben waren. Den Preis versah sie mit einem Sternchen. Im Fußnotentext wurde dem Kunden erläutert, dass bei einer Online-Buchung eine Vorverkaufsgebühr von 15 % des Tagespreises anfielen und eine Systemgebühr von 2,- EUR.

Die Klägerin war der Auffassung, dass diese Werbung gegen die Preisangabenverordnung (PAngVO) verstoße, da in dem hervorgehobenen Preis die Zusatzgebühren nicht enthalten seien. Der Sternchenhinweis sei in der gesamten Werbung nicht gut erkennbar. Daher verlangte sie Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Die Richter entschieden zugunsten der Klägerin

Sie führten zur Begründung aus, dass derjenige, der irreführende geschäftliche Angaben mache, auf Unterlassung in Anspruch genommen werden könne. Eine solche Aussage sei irreführend, wenn sie unwahr oder dazu geeignet sei, den Kunden über die Preisgestaltung zu täuschen.

Diese Voraussetzungen habe die Beklagte hier erfüllt. Der Preis von 19,90 EUR werde in der Werbung in den Blickpunkt gerückt. Es werde dadurch der Eindruck erweckt, dass es sich dabei um den Gesamtpreis handle, da der erläuternde Sternchenhinweis so gut wie nicht erkennbar sei. Die Anforderungen an die deutliche Herausstellung der Aufklärung über die Preisgestaltung seien hier daher nicht erfüllt.

In dieser Erwartung, dass es sich um den Gesamtpreis handle, werde der Verbraucher getäuscht. Die Beklagte habe damit gegen die PAngVO verstoßen und sich wettbewerbswidrig verhalten.