Werbung mit "Bester seiner Gruppe" bei falscher Aussage irreführend

Landgericht Duesseldorf

Beschluss v. 26.03.2010 - Az.: 38 O 1/10

Leitsatz

Wirbt ein Unternehmen damit, dass seine Produkte "Bester seiner Gruppe" und "Award Winner" geworden sind, so ist diese Testsieger-Behauptung irreführend und damit wettbewerbswidrig, wenn die Aussage gar nicht zutrifft oder es Mitbewerber gab, deren Produkte genauso gut bewertet worden sind.

Sachverhalt

Die Parteien waren Wettbewerber und stellten Autokindersitze her. Die Beklagte bewarb ihr Produkt mit Testsiegeln einer Motorwelt-Zeitschrift und darunter mit den Worten

"Bester seiner Gruppe" "Award Winner".

Die Klägerin hielt dies für rechtswidrig, weil die Motorwelt-Zeitschrift gar keine Testsiegel vergebe. Darüber hinaus hätten die Produkte der Klägerin in anderen Test dieselben Ergebnisse erzielt, wie die der Beklagten. Daher sei die Reklame irreführend.

Entscheidungsgründe

Das Gericht gab der Klägerin Recht.

Die Richter erklärten, dass die Beklagte sich wettbewerbswidrig verhalte, wenn sie mit Testsieger-Ergebnissen werbe, obwohl die Aussage nicht zutreffe.

In den Testreihen habe sich heraus gestellt, dass es mindestens noch 3 weitere Mitbewerber gegeben habe, welche dieselben Testergebnisse erzielt hätten. Die Beklagte habe sich mit ihren Produkten in der Gesamtbewertung nicht besonders hervorgehoben, so dass eine irreführende und wettbewerbswidrige Werbung vorliege.