Veröffentlichung von Bata Illic-Fotos aus anderen TV-Sendungen rechtswidrig

Landgericht Berlin

Urteil v. 26.02.2009 - Az.: 27 O 558/08

Leitsatz

Die Veröffentlichung von Bildern des Schlagersängers Bata Illic ist rechtswidrig, wenn die Bilder in einem anderen Kontext aufgenommen wurden und sich die Einwilligung des Betroffenen auch nur auf diesen Kontext bezieht.

 

Sachverhalt

Bei dem Kläger handelte es sich um den Schlagersänger Bata Illic. Im Rahmen von verschiedenen Fernsehsendungen und Homestorys wurden in seinem Haus Aufnahmen gemacht. In der Sendung "Das perfekte Promi-Dinner" wurden u.a. der gedeckte Tisch und das Besteck gezeigt. Eine Tante des Klägers erstattete daraufhin Anzeige, weil sie der Auffassung war, dass es sich um vermisstes Silberbesteck der Familie handeln würde und der Kläger dies gestohlen haben müsse. Einen ähnlichen Vorwurf äußerte die Tante bereits in der Vergangenheit. Ein damals eingeleitetes Ermittlungsverfahren wurde jedoch eingestellt. Nach der erneuten Strafanzeige wurden die polizeilichen Ermittlungen wieder aufgenommen.

Über diese Ereignisse berichtete die Beklagte in ihrer Zeitschrift und veröffentlichte Fotos von Bata Illic, die u.a. bei der Homestory und anderen Fernsehsendungen entstanden waren. Gegen diese Berichterstattung richtete sich der Unterlassungsanspruch des Klägers.

 

Entscheidungsgründe

Die Richter entschieden zugunsten des Klägers, weil die Veröffentlichung des Artikels und die dazu verwendeten Bilder rechtswidrig sei.

Die Verbreitung von Bildnissen einer Person bedürfe grundsätzlich der Einwilligung des Abgebildeten. Allein der Fotografierte entscheide, ob und in welcher Weise er sich der Öffentlichkeit präsentiere. Der Umstand, dass die Bilder anderen Fernsehsendungen entnommen seien, rechtfertige die Veröffentlichung noch nicht. Denn die dafür erteilte Einwilligung beziehe sich jeweils nur auf die einzelne Sendung und sei auch nur auf diese beschränkt.

Nur wenn es sich um ein Ereignis von zeitgeschichtlicher Bedeutung handle, das auch durchaus einen unterhaltenden Kern zum Inhalt haben könne, komme eine Ausnahme vom Erfordernis der Einwilligung in Betracht. Denn dann überwiege das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gegenüber dem Schutz der Privatsphäre des Einzelnen.

Bei der Auseinandersetzung gehe es im vorliegenden Fall darum, wem das geerbte Silberbesteck zustehe. Dies sei eine rein familiäre Angelegenheit, die die Öffentlichkeit nicht betreffe. Derartige Streitigkeiten kämen täglich vor, ohne dass daran ein irgendwie geartetes öffentliches Interesse erkennbar sei. Die beanstandete Berichterstattung leiste keinerlei Beitrag, der über die Befriedigung reiner Neugier hinausgehe.