Urheberrechte der Buchreihe "Pippi Langstrumpf" verletzt

Landgericht Hamburg

Urteil v. 28.04.2009 - Az.: 308 O 200/09

Leitsatz

Das Buch "Die doppelte Pippielotta" verletzt die ausschließlichen Nutzungsrechte des Verlags, der die Rechte an der Buchreihe "Pippi Langstrumpf" der Schriftstellerin Astrid Lindgren inne hat. Die maßgeblichen Figuren und charakteristischen Eigenarten wurden nur minimal verändert, so dass die persönlichen Züge des Original-Buches fast vollständig übernommen wurden. Da kein Einverständnis vorliegt, handelt es sich um eine widerrechtliche Nutzung.

Sachverhalt

Bei dem Kläger handelte es sich um einen Buchverlag, der die ausschließlichen Nutzungsrechte an der von Astrid Lindgren geschriebenen Buchreihe "Pippi Langstrumpf" inne hatte.

Der Beklagte veröffentlichte ein Buch unter dem Titel "Die doppelte Pippielotta". Da der Kläger sich durch diese Verbreitung und Veröffentlichung in seinen ausschließlichen Rechten verletzt sah, verlangte er Unterlassung und Schadensersatz.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben dem Kläger Recht.

Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass in die Nutzungsrechte des Klägers widerrechtlich eingegriffen worden sei. Bei dem Buch des Beklagten handle es sich um eine unfreie Bearbeitung.

Die maßgeblichen Figuren und ihre charakteristischen Eigenschaften würden unverkennbar und deutlich zutage treten. Von einem "verblassen" der übernommnen eigenpersönlichen Züge der original "Pippi Langstrumpf"- Bücher könne keine Rede sein.

Im Buch des Beklagten sei der Name der Protagonistin beispielsweise "Pippie" anstatt - wie in der Original-Vorlage - "Pippi". Ihr Vater lebe auf der "Takka-Tuka"-Insel statt "Taka-Tuka"-Insel.

Das Hinzufügen, Weglassen oder Austauschen eines einzelnen Buchstabens begründe insoweit keinen nennenswerten Abstand. Da der Beklagte ohne das Einverständnis des Klägers gehandelt habe, liege eine widerrechtliche Nutzung vor.