Spekulationen über Liebesaffäre eines FC Bayern-Spielers rechtswidrig

Landgericht Hamburg

Urteil v. 07.10.2009 - Az.: 325 O 191/09

Leitsatz

Ein prominenter Fußballspieler des Bundesligisten FC Bayern München muss es nicht hinnehmen, dass in der Presse über sein Privatleben berichtet wird. Dies verletzt ihn in seiner Privatsphäre. Auch sind Spekulationen über eine Affäre zu einer ehemaligen Verlobten eines deutschen Tennisspielers rechtswidrig und verletzen sein Allgemeines Persönlichkeitsrecht.

Sachverhalt

Der Kläger war Fußballspieler beim Bundesligisten FC Bayern München. In einem Online-Presse-Artikel wurde über ihn berichtet. Der Artikel enthielt Passagen, in denen darüber spekuliert wurde, ob er eine Affäre mit der ehemaligen Verlobten eines deutschen Tennisspielers habe. Schließlich habe er die Frau, so hieß es weiter in dem Artikel, mehrfach privat besucht und sich sogar mit ihr in der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Kläger behauptete, dass es sich um reine Spekulationen handle und der Artikel nicht der Wahrheit entspreche. Daher begehrte er Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben dem Kläger Recht.

Sie begründeten ihr Entscheidung damit, dass die angegriffene Berichterstattung das Allgemeine Persönlichkeitsrecht verletze. Im Rahmen einer Abwägung trete das öffentliche Informationsinteresse in den Hintergrund.

Es könne nach Ansicht des Gerichts dahinstehen, ob die aufgestellten Vermutungen über eine Affäre des Fußballspielers tatsächlich der Wahrheit entsprächen, denn zumindest handle es sich bei den Betroffenen nicht um herausgehobene Personen des Zeitgeschehens. Diese müssten es nicht hinnehmen, dass private Besuche und gemeinsame Restaurantaufenthalte Gegenstand pressemäßiger Erörterung würden.

Bezüglich der Mutmaßungen, dass zwischen den Betroffenen eine Liebesaffäre bestehe, sei das öffentliche Informationsinteresse noch geringer, so dass dem Persönlichkeitsschutz erst recht der Vorrang zu geben sei.