Redaktionell aufbereitete Werbung muss deutlich gekennzeichnet sein

Oberlandesgericht Duesseldorf

Beschluss v. 28.05.2009 - Az.: I-20 W 46/09

Leitsatz

Redaktionell gestaltete Werbeanzeigen müssen deutlich und unmissverständlich als Werbung gekennzeichnet sein. Wird der Werbecharakter verschleiert, liegt eine unlautere Handlung vor.

Sachverhalt

Die Antragsgegnerin veröffentlichte zwei Werbeanzeigen in einem Gesundheitsmagazin. Beide waren im Druckbild wie ein redaktioneller Artikel gestaltet.

Unter der Überschrift "Ich habe meine Ruhe wieder gefunden!" fand sich ein Beitrag im Blocksatz nebst Abbildung einer Produktverpackung, der den übrigen in der Zeitschrift abgedruckten redaktionellen Beiträgen ähnelte. Die Bezeichnung als "Anzeige" war oben in kleiner, weißer Schrift kontrastarm auf hellem Hintergrund abgedruckt.

Die zweite Anzeige erschien unter der Überschrift "Was tun bei Kniearthrose?" und enthielt zunächst allgemeine Ausführungen zum Krankheitsbild. Die dortige Produktabbildung war in einen, in redaktionellen Beiträgen üblichen Kasten eingebettet. Der Hinweis "Anzeige" war wiederum in kleiner, kontrastarmer Schrift gedruckt.

Entscheidungsgründe

Das Gericht hielt die Werbung für wettbewerbswidrig.

Unlauter seien geschäftliche Handlungen, deren Werbecharakter verschleiert werde.

Beide Anzeigen erweckten durch ihre Gestaltung den Anschein einer objektiven Berichterstattung durch das Medienunternehmen selbst. Sie seien wie die redaktionellen Artikel aufgemacht und erweckten beim Durchschnittsleser nicht den Eindruck einer Werbeanzeige.

Bei einer Aufmachung von Werbung als redaktioneller Beitrag seien hohe Anforderungen an die Kennzeichnung als Werbung zu stellen. Die kaum lesbare Kennzeichnung als "Anzeige" in den beiden Werbebeiträgen sei nicht ausreichend, um den werbenden Charakter klar und unmissverständlich herauszustellen.