Prominente Adlige muss Bericht über Besuch auf Pariser Modewoche hinnehmen

Landgericht Berlin

Urteil v. 01.02.2011 - Az.: 27 O 943/07

Leitsatz

Eine Adlige muss es hinnehmen, dass in der Zeitung über ihren Besuch auf der Pariser Modewoche berichtet wird. Sie wird durch den Artikel nicht in ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt. Eine derart bekannte Persönlichkeit darf nicht davon ausgehen, dass sie nur von der anwesenden Medienöffentlichkeit wahrgenommen wird.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um eine in der Öffentlichkeit bekannte Adlige, welche die Pariser Modewoche besucht hatte. Nachdem die Beklagte, eine Zeitung, darüber berichtet und den Artikel mit Fotos versehen hatte, begehrte die Klägerin Unterlassung.

Sie war der Ansicht, dass sie es nicht akzeptieren müsse, dass durch die pressemäßige Verbreitung eine breite Öffentlichkeit von dem Besuch auf der Modenschau erfahre. Sie fühlte sich dadurch in ihrem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt und klagte.

Entscheidungsgründe

Die Richter wiesen die Klage ab.

Sie stellten deutlich heraus, dass die Berichterstattung der Beklagten nicht das Allgemeine Persönlichkeitsrecht verletze. Zwar müsse es eine Person nicht hinnehmen, dass Zeitungen über jede private Situation des Prominenten berichten und entsprechende Fotos veröffentlichten. Jedoch schütze das Allgemeine Persönlichkeitsrecht nicht davor, überhaupt nicht individualisierend benannt zu werden.

Die hier beanstandeten Textpassagen und Bilder kommentierten zwar die Lebensführung der Klägerin, dies sei aber im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung geschehen, zu der ein großer Teil Zugang hätte und über die weltweit berichtet werde. Angesichts dessen habe die Klägerin nicht davon ausgehen dürfen, dass sie anonym bleibe und nicht in der Öffentlichkeit dargestellt werde. In ihr Selbstbestimmungsrecht sei daher nicht rechtswidrig eingegriffen worden.