Keine Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Nennung in Ranking über reichste Deutsche

Landgericht Muenchen

Urteil v. 06.04.2011 - Az.: 9 O 3039/11

Leitsatz

Die Erwähnung einer vermögenden und aus dem Wirtschaftsleben bekannten Person in dem Ranking des Manager Magazins "Die 100 reichsten Deutschen" verletzt nicht deren Allgemeines Persönlichkeitsrecht. Das Vermögen, welches die Person durch die Berufstätigkeit in seinem Unternehmen erlangt hat, trägt zu dieser erheblichen Bekanntheit bei und erlangt dadurch zeitgeschichtliche Bedeutung.

Sachverhalt

Der Kläger war eine im öffentlichen Wirtschaftsleben prominente Person. Ihm und seiner Familie gehört ein Tiefkühlkost-Unternehmen, welches ca. 70% Marktanteil besitzt. Die Beklagte war das Manager Magazin, das jährlich ein Ranking über die "100 reichsten Deutschen" aufstellte. Der Kläger sowie dessen Vermögen wurde dort auch genannt.

Hiergegen ging der Kläger vor und begehrte Unterlassung. Er sah in der Veröffentlichung seines Namens und der genauen Auflistung seines Vermögens eine Verletzung seines Allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Er habe der Öffentlichkeit nie Einblick in seine Vermögensverhältnisse gegeben und lebe generell sehr zurückgezogen.

 

Entscheidungsgründe

Das Gericht wies die Klage ab.

Es begründete seine Entscheidung damit, dass der Kläger eine im Wirtschafleben äußerst prominente Person sei. Auch wenn er persönlich niemals Einblick in seine Vermögensverhältnisse gewährt habe, so müsse der die Berichterstattung der Beklagten doch hinnehmen.

Das Vermögen, welches der Kläger durch seine Berufstätigkeit in seinem Unternehmen erlangt habe, trage in ganz erheblichem Maße zu der Bekanntheit bei und verberge sich nicht hinter der Person, so wies es beispielsweise bei einer reinen Privatperson wäre. Insofern sei es der Sozialsphäre und dem Lebenskreis des Klägers zuzuordnen, welches nach Außen in Erscheinung trete und grundsätzlich auch von Dritten wahrgenommen werden könne.

Insgesamt komme dem Kläger und dessen Unternehmen sowie das dadurch erlangte Vermögen zeitgeschichtliche Bedeutung zu. Das Manager Magazin habe daher darüber in dem Ranking berichten dürfen.