"Die doppelte Pippielotta" Plagiat von Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf"

Oberlandesgericht Hamburg

Urteil v. 05.03.2011 - Az.: 5 U 140/09

Leitsatz

Das Buch "Die doppelte Pippielotta" ist ein Plagiat des von Astrid Lindgren geschriebenen Kinderbuches "Pippi Langstrumpf". In dem Buch werden derartig viele wesentliche Charakterzüge der einzelnen Personen, Orte und Gegebenheiten übernommen, dass ein Urheberrechtsverstoß gegeben ist. Es handelt sich um eine unfreie Bearbeitung, die aufgrund der fehlenden Einwilligung rechtsverletzend ist.

Sachverhalt

Bei den Klägern handelte es sich um die Erbengemeinschaft Astrid Lindgren. Diese ging gegen den Beklagten, einen Buchverlag, vor. Denn dieser hatte das Buch "Die doppelte Pippielotta" herausgebracht.

Die Erbengemeinschaft, welche die ausschließlichen Nutzungsrechte an dem von Astrid Lindgren geschriebenen Werken der "Pippi Langstrumpf" inne hatte, war der Auffassung, dass "Die doppelte Pippielotta" ein Plagiat sei. Es würden eine Vielzahl von Wesensmerkmalen, Namen und Orten übernommen und kaum verändert wiedergegeben. Da die Erbengemeinschaft hierin eine Urheberrechtsverletzung sah, begehrte sie Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Das Gericht gab den Klägern Recht.

Es führte in seiner Begründung aus, dass das Buch des Beklagten eine unfreie Bearbeitung darstelle, die aufgrund der fehlenden Einwilligung der Kläger rechtsverletzend sei.

Nahezu sämtlich charakteristische Merkmale des Buches "Pippi Langstrumpf" seien übernommen, dazu gehörte die Namen, die Orte und Gegebenheiten der Original-Geschichte. An dem Urheberrechtsverstoß ändere daher auch der Umstand nichts, dass der Autor stellenweise versuche, die Geschichte aus einem sozialkritischen Blickwinkel zu erzählen.

Das Buch "Die doppelte Pippielotta" reihe sich daher bewusst und vom Autor gewollt in die Reihe der "Pippi Langstrumpf"-Kinderbücher ein und verletze damit die Urheberrechte der Kläger in unzulässiger Weise.