Angabe Online-Buchungsgebühr als Teil des Ticketpreises wettbewerbswidrig

Kammergericht Berlin

Urteil v. 27.02.2009 - Az.: 5 U 162/07

Leitsatz

Eine Online-Konzertagentur darf eine bei ihr verbleibende Buchungsgebühr nicht als Teil des Ticketpreises ausgeben, weil darin eine wettbewerbsrechtlich relevante Irreführung liegt.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um eine Konzertagentur und Tourneeveranstalterin. Die Beklagte betrieb als Konzertagentur ein Internetportal, über das sie Tickets und Eintrittskarten vertrieb.

Im Internetauftritt der Beklagten hieß es im Zusammenhang mit ihren Preisangaben:

"Hinweis: Im Ticketpreis ist eine Buchungsgebühr von 2,00 EUR enthalten"

Die Klägerin war der Auffassung, dass der Verbraucher hinsichtlich der Angabe über die Buchungsgebühr in die Irre geführt werde, weil dieser den Ticketpreis als den Preis verstehe, der auf dem Ticket aufgedruckt sei und vom Veranstalter vorgegeben sei. Daher begehrte die Klägerin Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben der Klägerin Recht.

Sie stellten fest, dass hinsichtlich der Angabe der Buchungsgebühr als Teil des Ticketpreises eine wettbewerbsrechtlich relevante Irreführung vorliege.

Der Kunde verstehe den Hinweis dahin, dass der vom Veranstalter festgesetzte und auf den Karten aufgedruckte Preis bereits eine von jedem Käufer zwingend zu zahlende Buchungsgebühr enthalte. Diese Vorstellung des Verbrauchers werde noch verstärkt, wenn der Ticketpreis, wie im vorliegenden Fall, als "Normalpreis" bezeichnet werde. Der Verbraucher gehe davon aus, dass er wegen dieser Festsetzung die Buchungsgebühr in jedem Fall gegenüber der Verkaufsagentur zu zahlen habe.

Diese Irreführung sei wettbewerbsrechtlich deshalb relevant, weil der Verbraucher hinsichtlich des Anfallens und der Höhe der Buchungsgebühr keinen Anlass mehr sehe, Preisvergleiche zwischen den einzelnen Verkaufsstellen vorzunehmen. Gerade insoweit bestehe aber der Preiswettbewerb zwischen diesen Verkaufstellen.