50.000 EUR Schadensersatz wegen Foto-Nutzung der Figur Pippi Langstrumpf

Landgericht Koeln

Urteil v. 10.08.2011 - Az.: 28 O 117/11

Leitsatz

Die fiktive literarische Figur Pippi Langstrumpf genießt urheberrechtlichen Schutz. Die Bewerbung eines Pippi Langstrumpf-Karnevalskostüms löst eine Lizenzgebühr von 50.000,- EUR aus.

Sachverhalt

Bei den Klägern handelte es sich um die Erben und die Inhaber der ausschließlichen Nutzungsrechte an der literarischen Figur Pippi Langstrumpf. Sie stellten fest, dass der Beklagte in einer Vielzahl von Prospekten und Online-Shops ein Karnevalskostüm von Pippi Langstrumpf bewarb. Die Kläger sahen darin eine Urheberrechtsverletzung und begehrten die Zahlung der üblichen Lizenzgebühr in Höhe von 50.000,- EUR.

Der Beklagte wandte ein, dass das Kostüm nicht Pippi Langstrumpf darstelle, sondern lediglich Ähnlichkeit mit ihr aufweise. Das Urheberrecht sei daher nicht verletzt. Zudem sei ein Schadensersatz von 50.000,- EUR überhöht und nicht gerechtfertigt.

Entscheidungsgründe

Das Gericht gab den Klägern Recht und folgte der Argumentation des Beklagten nicht.

Es führte in seiner Begründung aus, dass der literarischen Figur Pippi Langstrumpf grundsätzlich Urheberrechtsschutz zukomme. Sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch die unangepasst unkonventionelle Art seien außergewöhnlich und individuell.

Die Abbildungen, die der Beklagte zur Bewerbung seiner Kostüme nutze, stellten eine unfreie Bearbeitung dar, da der Wesenskern in seinen Grundzügen erhalten geblieben sei. Die optischen Veränderungen seien derart minimal, dass keine selbständige Neuschöpfung vorliege.

Eine Lizenzgebühr von 50.000,- EUR sei aufgrund der umfassenden werblichen Nutzung im Print- und Onlinebereich und vor dem Hintergrund des hohen Werbewerts der Figur Pippi Langstrumpf angemessen.