Schalke 04 darf Käufern von Online-Tickets Zutritt doch verwehren

Oberlandesgericht Hamm

Urteil v. 14.07.2009 - Az.: 4 U 86/09

Leitsatz

Der Fußballverein Schalke 04 darf Zweiterwerbern, die über eine Internetplattform Tickets gekauft haben, den Zutritt ins Stadion verwehren.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um ein Online-Portal, dass Eintrittskarten zum Kauf und Verkauf anbot. Darunter auch Tickets des Fußball-Bundesligisten Schalke 04. Schalke 04 verweigerte seinen Fans, die Tickets über Internet-Portale gekauft hatten den Zutritt ins Stadion und sperrte die Karten. Dabei wurde u.a. folgender Text auf die Eintrittskarten gedruckt, der sich auf die Weiteveräußerung bezog:

     
"Die Karte verliert bei einem solchen Verkauf ihr Gültigkeit und berechtigt den Inhaber nicht mehr zum Besuch der Veranstaltung."

Dagegen ging die Klägerin im Wege des einstweiligen Verfügungsverfahrens vor und gewann in der 1. Instanz vor dem LG Essen. Gegen diese Entscheidung legte der Fußballverein Rechtsmittel ein.

Entscheidungsgründe

Das Gericht entschied zugunsten Schalke 04 und hob das vorangegangene Urteil aus formal-juristischen Gründen auf.

Denn die in einem Eilverfahren notwendige Dringlichkeit habe nicht vorgelegen. Die Klägerin habe durch ihr eigenes Verhalten zu erkennen gegeben, dass es ihr mit der Verfolgung der Ansprüche nicht eilig gewesen sei und die gerichtliche Geltendmachung selbst verzögert. Sie habe seit Kenntnis von den Verstößen mehr als einen Monat gewartet, um ihren Verfügungsantrag bei Gericht einzureichen.

Das führe dazu, dass das vorangegangene Urteil aus formellen Gründen aufgehoben werde. Zum eigentlichen Inhalt der Auseinandersetzung nahmen die Richter daher nicht weiter Stellung.