Paparazzi-Fotos eines Prominenten auf dessen Yacht unzulässig

Landesgericht Hamburg

Urteil v. 04.12.2009 - Az.: 324 O 338/09

Leitsatz

Ein Prominenter muss es nicht hinnehmen, dass er auf seiner Yacht im Urlaub heimlich von Paparazzis fotografiert wird und dabei genau die Zeitung in der Hand hält, in der das Foto später veröffentlicht wird. Das Bild greift in erheblichem Maße in die Privatsphäre des Promis ein.

Sachverhalt

Bei dem Kläger handelte es sich um einen 75-jährigen Prominenten, der in der Vergangenheit als "Playboy" bezeichnet wurde und mit einer der bekanntesten Schauspielerinnen der sechziger Jahre verheiratet war. Er wurde von einem Paparazzi fotografiert, als er sich auf seiner Yacht befand und eine bekannte deutsche Zeitung las. In dieser Zeitung wurde dann auch das Bild großformatig abgedruckt.

Der Kläger fühlte sich in seiner Privatsphäre verletzt und begehrte Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben der Klage statt.

Sie stellten fest, dass der Kläger einen Unterlassungsanspruch habe, weil das Bild ihn in seiner Privatsphäre verletze. Er müsse es nicht hinnehmen im Urlaub auf seiner Yacht fotografiert zu werden. Gerade im Urlaub müssten Prominente die Möglichkeit bekommen, Ruhe zu finden und nicht von der sie alltäglich umgebenden Presse verfolgt zu werden.

Zwar bestehe ein gewisses Berichterstattungsinteresse an der Information wie der Kläger sein Leben gestalte und, dass er selbst auf einer Jacht in Südfrankreich auf die Lektüre einer großen deutschen Zeitung zurückgreife. Jedoch überwiege das öffentliche Interesse hier nicht gegenüber dem Interesse des Klägers, in Ruhe seine Privatsphäre auszuleben.