Paparazzi-Bilder von ehemaliger Politiker-Geliebten lösen 10.000,- EUR Schadensersatz aus

Landgericht Berlin

Urteil v. 30.03.2010 - Az.: 27 S 23/09

Leitsatz

Die ehemalige Geliebte eines bekannten Politikers, mit dem sie zusammen ein Kind hat, hat einen Anspruch auf Zahlung von 10.000,- EUR Schadensersatz, wenn heimlich Fotos von ihr aufgenommen und in der Zeitung veröffentlicht werden, die Spekulationen um eine weitere Schwangerschaft untermauern sollen.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um die ehemalige Geliebte eines bekannten Politikers. Mit diesem hatte sie bereits ein Kind. Die beklagte Zeitung veröffentlichte heimlich aufgenommene Bilder, auf denen die Klägerin mit weiter Kleidung und einem Kinderwagen gezeigt wurde. In der Bildunterschrift wurde darüber spekuliert, ob die ehemalige Geliebte bereits erneut schwanger sei.

Die Klägerin sah hierin einen Eingriff in ihr Allgemeines Persönlichkeitsrecht und begehrte Unterlassung sowie Zahlung von 10.000,- EUR Schadensersatz.

Entscheidungsgründe

Die Richter entschieden zugunsten der Klägerin.

Sie erklärten, dass die Paparazzi-Bilder das Allgemeine Persönlichkeitsrecht der Klägerin verletzten. Das Bild sei ohne die Kenntnis der Klägerin aufgenommen worden und diene allein der bildhaften Untermalung eines aus reinen Gerüchten bestehenden Artikels.

Das Thema einer erneuten Schwangerschaft mit einem verheirateten bekannten deutschen Politiker berühre erheblich den Kernbereich der Privatsphäre. Für die Behauptung gebe es keinerlei Hinweise und sie stelle sich anhand des Artikels aus der Luft gegriffen dar.

Hinsichtlich der gravierenden Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte seien 10.000,- EUR Schadensersatz durchaus angemessen aber auch ausreichend.