Michael Ballack muss satirische Werbung mit seinem Namen hinnehmen

Oberlandesgericht Hamburg

Urteil v. 02.03.2010 - Az.: 7 U 125/09

Leitsatz

Michael Ballack muss es hinnehmen und kann keine Lizenzgebühren verlangen, wenn sein Name in satirischer Weise in der Reklame einer Privatbank verwendet wird. Dies gilt zumindest dann, wenn die Werbung sich mit einem aktuellen und sachlichen Thema auseinandersetzt und der Werbe- und Imagewert des Spielers Michael Ballack nicht ausgenutzt wird.

Sachverhalt

Bei dem Kläger handelte es sich um Michael Ballack, der bei dem englischen Fußballverein FC Chelsea unter Vertrag war. Dieser Verein gehörte dem russischen Finanzinvestor Roman Abramowisch. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise und den finanziellen Schwierigkeiten, die auch die Fußballvereine trafen, wurde in den Medien diskutiert, ob Abramowisch den Verein verkaufen oder ob der FC Chelsea Ballack verkaufen sollte. Die Beklagte, eine Privatbank, schaltete daraufhin eine Anzeige mit folgenden Worten:

"Herr Abramowisch, Sie müssen Ballack nicht verkaufen! Kommen Sie lieber zur Bank mit 6 % Rendite".

Die Beklagte gab auf Aufforderung eine Unterlassungserklärung ab, weigerte sich jedoch die Lizenzen zu zahlen. Daher ersuchte der Kläger gerichtliche Hilfe.

Entscheidungsgründe

Die Richter wiesen die Klage ab.

Sie erklärten, dass die Verwendung des Namens Ballack zwar die vermögenswerten Bestandteile des Persönlichkeitsrechts des Spielers beeinträchtigten, dies habe Michael Ballack aber hinzunehmen.

Die beanstandete Werbung diene nicht ausschließlich der Werbung, sondern setze sich auch in satirischer Weise mit der Finanzkrise und den Folgen auseinander. An keiner Stelle werde der Verbraucher annehmen, dass Michael Ballack die Produkte der Beklagten empfehle oder dahinter stehe. Es werde vielmehr deutlich, dass der Name nur aus Satire-Zwecken genutzt worden sei.

Da die Werbung nicht den Werbe- und Imagewert des Klägers ausnutze, führe die bloße Namensnennung nicht zu einem Anspruch auf Zahlung einer Lizenzgebühr.