Getarnte Link-Werbung in redaktionellem Teil wettbewerbswidrig

Oberlandesgericht Muenchen

Urteil v. 10.12.2009 - Az.: 29 U 2841/09

Leitsatz

Das Setzen von Links ist als getarnte Werbung einzustufen und daher als Verschleierung wettbewerbswidrig, wenn der Nutzer davon ausgeht, dass er redaktionellen Inhalt vorfindet. Der durchschnittliche Nutzer erwartet bei einem Online-Portal, in dem redaktionelle Beiträge abrufbar sind, nicht, dass Werbung zwischen den Beiträgen eingebettet ist.

Sachverhalt

Der Beklagte betrieb ein Online-Portal, das redaktionelle Beiträge abrufbar hielt. Auf der Webseite waren Links gesetzt, die zu Unterseiten mit werbendem Inhalt führten.

Der Kläger war der Auffassung, dass hier gegen das Gebot der klaren Trennung zwischen Webung und redaktionellem Beitrag verstoßen worden sei und eine getarnte Werbung vorliege. Daher ersuchte er gerichtliche Hilfe.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben dem Kläger Recht.

Sie erklärten, dass ein Telemediendienst, welcher aufgrund seiner Gesamtgestaltung den Eindruck erwecke, dass es ausschließlich redaktionell bearbeitete Onlineangebote bereithalte, sich an das Gebot der klaren Trennung zwischen Werbung und redaktionellem Beitrag halten müsse.

Die von dem Beklagten eingebetteten Links jedoch hätten direkt zu Unterseiten mit werbendem Inhalt geführt, so dass dies eine wettbewerbswidrige Verschleierung darstelle. Da der User auf einer derartigen Webseite nicht erwarte, dass er auf Internetseiten mit Werbecharakter weitergeleitet werde, seien die Links als getarnte Reklame anzusehen.