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Erfundene Liebesbeziehung zu Fußball-Nationaltrainer muss Sportmoderatorin nicht dulden
Landgericht Berlin, Urteil v. 03.11.2009 - Az.: 27 O 343/09 Drucker-Symbol  Hier drucken

Leitsatz:

Eine Sportmoderatorin muss es nicht hinnehmen, dass in einem Zeitungsbericht darüber spekuliert wird, ob sie eine Affäre mit dem deutschen Fußball-Nationaltrainer hat. Diese erfundene Geschichte verletzt sie in ihrem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht derart schwerwiegend, dass sie einen Anspruch auf eine Geldentschädigung hat.



Sachverhalt:

Bei der Klägerin handelte es sich um eine Sportmoderatorin, die als eine der wenigen Frauen in Deutschland wichtige Sportereignisse moderierte. Die Beklagte war eine Zeitschrift, die in einem Artikel darüber spekulierte, ob die Klägerin eine Affäre mit dem Bundestrainer habe. Auf der Titelseite war dazu eine Fotomontage abgebildet, auf denen die beiden zu sehen waren. Sowohl im Heftinneren als auch im Inhaltsverzeichnis fanden sich Überschriften wie zum Beispiel:

"Was läuft da zwischen den beiden?"
"Mehr als nur Freundschaft?"
"Ein harmloser Flirt oder mehr?"

Die Klägerin sah sich in ihrem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt, da die Liebesbeziehung lediglich erfunden sei. Wegen des schwerwiegenden Eingriffs machte sie einen Geldentschädigungsanspruch geltend.


Entscheidung:

Die Richter gaben der Klage statt.

Die erfundene Affäre der Klägerin zu dem Fußball-Nationaltrainer sei ein derartig schwerwiegender Eingriff in ihr Allgemeines Persönlichkeitsrecht, dass ihr ein Geldentschädigungsanspruch zustehe.

Denn durch die Behauptung einer privaten Liebesbeziehung zu dem Nationaltrainer werde die Klägerin in der öffentlichen Meinung herabgewürdigt. Denn Beziehungen zwischen Journalisten und den Interviewten dürften von dem durchschnittlichen Zuschauer zumindest dann als unprofessionell angesehen werden, wenn das Publikum den Eindruck erhalte, dass die professionelle Distanz nur vorgespielt sei.

Hinzu komme, dass die Klägerin eine der ganz wenigen Frauen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei, die Top-Sportereignisse moderieren dürfe. Wenn ihr aber nun unterstellt werde, dass sie in dieser Position Privates und Berufliches nicht trennen könne und - kaum in der Position angekommen - nichts Besseres zu tun habe, als sofort eine Affäre mit dem "Top-Interviewpartner" zu beginnen, entstehe der Eindruck, dass sie als Frau in der Männerdomäne den Anforderungen nicht gerecht werde.




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