Dieter Bohlen erhält 40.000 EUR für heimliche Nacktaufnahmen

Landgericht Hamburg

Urteil v. 29.05.2009 - Az.: 324 O 951/08

Leitsatz

Die Berichterstattung und Veröffentlichung von zwei Nacktaufnahmen des Musikproduzenten Dieter Bohlen, die in seinem Urlaub auf Mallorca heimlich aufgenommen wurden, stellen einen schwerwiegenden Eingriff in das Persönlichkeitsrecht dar. Dieter Bohlen steht ein Anspruch auf Geldentschädigung in Höhe von 40.000,- EUR zu.

Sachverhalt

Bei dem Kläger handelte es sich um den Musikproduzenten Dieter Bohlen. Er wehrte sich gegen die Berichterstattung in der Berliner Zeitung "B.Z.".

Diese veröffentlichte zwei Nacktaufnahmen des Klägers, die ihn und seine Freundin im Urlaub am Strand zeigten. Über seinem Intimbereich war ein Laubblatt gedruckt. In dem begleitenden Text hieß es u.a., dass er ein "knackiges Popöchen" habe und sich "eine der beliebten FKK-Buchten zum Nacktbaden ausgesucht" habe.

Darin sah der Kläger einen schweren Eingriff in sein Persönlichkeitsrecht und begehrte die Zahlung einer Geldentschädigung von 80.000,- EUR.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben der Klage statt, sprachen dem Musiker jedoch nur einen Betrag von 40.000,- EUR zu.

Sie führten zur Begründung aus, dass eine schwere Persönlichkeitsverletzung vorliege. Dies habe nicht anders als durch Zahlung einer Geldentschädigung ausgeglichen werden können. Die den Kläger zeigenden Fotos verletzten sein Recht am eigenen Bild. Er habe in die Veröffentlichung der Bilder nicht eingewilligt. Daran ändere auch nichts die Tatsache, dass es sich bei Dieter Bohlen um eine in den Medien präsente und öffentliche Person handle.

Denn die Fotos seien heimlich aufgenommen worden, in einem Moment, in dem er sich unbeobachtet gefühlt habe. Auch habe er sich den Blicken der Öffentlichkeit nicht ausgesetzt, sondern während seines Urlaubs in eine einsame Bucht zurückgezogen. Schließlich gehöre ein Strandbesuch zu den Urlaubsaktivitäten, die in besonderem Maße der Entspannung dienten und besonders schützenswert sei. Der Begleittext verstärke diesen Eindruck zusätzlich. Eine schwere Verletzung der Intimsphäre liege auch dadurch vor, dass er vollständig unbekleidet gewesen sei.

Es mag zwar ein Interesse gewisser Leser bestehen zu erfahren, wo Dieter Bohlen seinen Urlaub verbringe. Hierbei handle es sich jedoch nur um ein bloßes Unterhaltungsinteresse, dem ein geringes Gewicht zukomme. Das Allgemeine Persönlichkeitsrecht von Dieter Bohlen überwiege dies aber.

40.000,- EUR seien als Ausgleich angemessen und ausreichend, da der Kläger sein Privatleben und intime Details seines Liebeslebens von sich aus in die Öffentlichkeit trage. Auch lasse er von sich aus regelmäßig Urlaubsfotos veröffentlichen, die ihn und seine Freundin nur leicht bekleidet zeigen würden. Dieser Umstand sei bei einem Ausgleich zu berücksichtigen, so dass anstatt der begehrten 80.000,- EUR nur eine Summe 40.000,- EUR zuzusprechen sei.