Bundesligaverein Schalke 04 darf Online-Tickets nicht sperren

Landgericht Essen

Urteil v. 26.03.2009 - Az.: 4 O 69/09

Leitsatz

1. Der Bundesliga-Fußballverein Schalke 04 darf Zweiterwerbern, die über eine Internetplattform Tickets gekauft haben, nicht den Zutritt ins Stadion verwehren.

2. Ein formularmäßiges Veräußerungsverbot ist unwirksam, wenn die Eintrittskarten für die Fußball-Spiele verfallen, wenn bereits lediglich die Weiterveräußerung der Tickets versucht wird. Darin liegt eine gezielte Absatzbehinderung.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um ein Internetportal, dass Eintrittskarten zum Kauf und Verkauf anbot. Darunter auch Tickets des Fußball-Bundesligisten Schalke 04. Schalke 04 verweigerte seinen Fans, die Tickets über Online-Portale gekauft hatten den Eintritt ins Stadion und sperrte die Karten. Dabei wurde u.a. folgender Text auf die Eintrittskarten gedruckt, der sich auf die Weiteveräußerung bezog:

"Die Karte verliert bei einem solchen Verkauf ihre Gültigkeit und berechtigt den Inhaber nicht mehr zum Besuch der Veranstaltung."

Dagegen ging die Klägerin im Wege des einstweiligen Verfügungsverfahrens vor.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben der Klägerin Recht. Dem Bundesligisten Schalke 04 werde es untersagt, Eintrittskarten, die über Online-Ticketportale erworben worden seien, zu sperren oder den Einlass ins Stadion zu verwehren. Auf den Tickets dürfe nicht der Aufdruck erscheinen, dass die Karten ihre Gültigkeit verlieren würden.

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass ein Online-Ticketcenter, das zwar selbst nicht am Handel teilnehme, aber Karten zum Verkauf und Kauf anbiete, durchaus ein Mitbewerber des Vereins Schalke 04 sei. Denn der Club verfüge über eine Vielzahl von autorisierten Verkaufstellen, auf dessen Tätigkeit Schalke 04 Einfluss nehme. Diese Vertriebstellen stünden in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis mit der Klägerin.

Indem Schalke 04 den Weiterverkauf der Eintrittskarten verbiete, liege gegenüber der Klägerin eine gezielte Absatzbehinderung vor, welche als unlauter einzustufen sei. Denn selbst der Versuch, die Karte weiter zu veräußern führe dazu, dass die Tickets ihre Gültigkeit verlieren würden. Eine derartige Klausel sei nicht wirksam, da Schalke 04 bevorteilt werde. Schließlich werde der Ersterwerber unangemessen benachteiligt.