Werbung mit Leserbeurteilungen nur mit Fundstellenangabe

Landgericht Ulm

Urteil v. 30.09.2011 - Az.: 10 O 102/11

Leitsatz

Die Werbung mit Leserbeurteilungen ist nur dann zulässig, wenn die Fundstelle angegeben wird. Nur dann kann der Leser nachvollziehen, dass es sich bei der Bewertung um subjektive Eindrücke handelt und nicht um offizielle Testergebnisse. Diese Information ist für den Kunden aber bei seiner Kaufentscheidung von Relevanz.

Sachverhalt

Bei dem Kläger handelte es sich um einen Wettbewerbsverein. Dieser ging gegen den Beklagten vor, welcher Motoröle vertrieb. Der Kläger monierte, dass der Beklagte in entsprechenden Autozeitschriften für seine Motoröle mit Leserbeurteilungen warb, ohne dass diese als solche gekennzeichnet gewesen waren.

Der Kläger hielt dies für unlauter und wettbewerbswidrig. Der Kunde werde durch solche Beurteilungen in seiner Kaufentscheidung beeinflusst und müsse daher erfahren, woher die Informationen stammten. Der Kläger begehrte daher Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Das Gericht gab der Klage statt.

Es führte in seiner Begründung aus, dass immer dann von einer unlauteren Wettbewerbshandlung auszugehen sei, wenn ein Produkt mit Testergebnissen beworben werde und der Verbraucher nicht leicht und eindeutig darauf hingewiesen werde, wo er die näheren Angaben und Umstände zu diesem Test erfahren könne. Dies gelte auch für Leserbewertungen. Auch hier müsse der Kunde darüber informiert werden, welche Fragestellungen der Leserumfrage beispielsweise zugrunde gelegen hätten.

Denn Testergebnisse und Leserbewertungen seien geeignet, die Kaufentscheidung des Verbrauchers erheblich zu beeinflussen. Gerade positive Werbebotschaften sorgten dafür, dass dem Produkt auch positive Eigenschaften zugesprochen würden. Insofern müsse deutlich herausgestellt werden, dass es ich um subjektive Meinungen und Eindrücke der Leser handle und nicht um offizielle Testergebnisse.