Beschreibungstext auf Webseiten kann Urheberschutz genießen

Landgericht Koeln

Urteil v. 12.08.2009 - Az.: 28 O 396/09

Leitsatz

Die Sprachgestaltung von Webseiten ist urheberrechtlich geschützt, wenn die erforderliche Schöpfungshöhe vorliegt. Dafür muss der Text eine individuelle Wortwahl und Gedankenführung aufweisen. Dies liegt bei einem Textabschnitt eines Disc Jockeys (DJ) vor, der seine eigenen Tätigkeit beschreibt und bewirbt.

Sachverhalt

Die Parteien waren DJs. Der Kläger warb auf seiner Internetseite für seine Tätigkeit. Er beschrieb darin, auf welchen Festen und Feierlichkeiten er bereits Musik aufgelegt hat, dass er über professionelle Licht- und Tontechnikerfahrung verfügt und welche Musikauswahl er bereitstellt.

Auf der Webseite des Beklagten fand der Kläger genau den selben Werbetext wieder, den er für seine eigene Internsetseite gestaltet hatte. Da er den Text für urheberrechtlich schutzfähig hielt, verlangte er Unterlassung.

Entscheidungsgründe

Die Richter gaben ihm Recht.

Sie führten zur Begründung aus, dass die Sprachgestaltung von Webseiten geschützt sei, wenn die erforderliche Schöpfungshöhe vorliege. Für die Schutzfähigkeit der auf der Internetseite verwendeten Texte gelte dabei, dass der Stoff sich abseits der üblichen Gestaltung befinde. Die Ausführungen sollten eine individuelle Wortwahl und Gedankenführung aufweisen.

Im vorliegenden Fall habe der Kläger seine Tätigkeit in fantasievollen und bildhaften Worten beschrieben. Die Textpassagen befänden sich abseits der Alltagssprache. Das gesamte Sprachwerk sei daher urheberrechtlich geschützt, so dass der Unterlassungsanspruch gegeben sei.